offener Brief der Kirchgemeinden und andere Reaktionen

Die Kirchgemeinden unseres Kirchspiels (Werningshausen, Haßleben und Nöda) wendeten sich kürzlich in einem offenen Brief an Herrn Bischof Probst Mikosch:

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Mikosch,

mit großer Bestürzung haben wir, die Gemeindekirchenräte von Werningshausen, Haßleben und Nöda, von der Suspendierung unseres verehrten Pfarrers Franz Schwarz erfahren. Das hat uns schwer getroffen, weil er in den 30 Jahren Pfarrdienst in unseren Dörfern zum Bruder, Freund und Seelsorger geworden ist. Wir haben seiner aufopfernden Arbeit viel zu verdanken. Unser Gemeindeleben war so bunt und mitreißend, wie wir es uns nur wünschen konnten.

In den schweren Jahren der DDR haben er und seine Brüder es geschafft, unsere Kirchen, die kurz vor dem Verfall standen, zu retten. Sie haben mit ihrer tiefen Gottesliebe die Kirchgemeinden, die nahe am Verzweifeln waren, wieder aufgebaut und zusammengehalten. Pfarrer Schwarz war immer zur Stelle, wenn ein Mitglied unserer Kirchgemeinden seelsorgerische Hilfe brauchte. Er besuchte Kranke und Todgeweihte, feierte mit ihnen am Krankenbett das Abendmahl und suchte stets das Gespräch mit den Gläubigen. Sein tiefer Glauben, seine unzerstörbare Liebe zu Gott, seine Treue zur Kirche und seine Freude an seiner christlichen Aufgabe waren uns all die Jahre ein Vorbild und haben viele Zweifler überzeugt.

Umso schwerer hat es uns jetzt getroffen, dass unser allseits beliebter Pfarrer für seine Entscheidung, sich innerhalb der Bruderschaften weihen zu lassen, so hart bestraft wurde. Wir wollen Probst Werneburg widersprechen, der die Beurlaubung des Pfarrers in unserem Beisein als Rückzug zum Nachdenken und nicht als Strafe bezeichnet. Es ist aus unserer Sicht aber die schlimmste Strafe, die wir uns für unseren Pfarrer denken können. Sie haben ihm damit das Liebste genommen, was er hatte, den Dienst zu Ehren Gottes. Er wird, so kurz vor dem Ende seines verdienstvollen Berufslebens, daran zerbrechen.

Auch wir Kirchgemeinden wurden mit der Suspendierung wenige Tage vor Pfingsten sehr hart bestraft. Neben dem Hochfest der Gründung der Kirche Jesu, wollten wir in Haßleben die Bekrönung unserer Kirche nach jahrelanger harter Arbeit feiern. Hinzu kamen Konfirmationen in Nöda sowie Goldene und Diamantene Konfirmationen in Werningshausen und Haßleben. Auch bei einer Taufe und einer Hochzeit standen wir plötzlich ohne unseren Pfarrer und Organisten da. Es wurden traurige Feste, denn es fehlte derjenige, dem wir so viel zu verdanken haben.

Die jetzt öffentlich gemachte Entscheidung der Kirchenleitung wird in unseren Kirchengemeinden verheerende Folgen haben. In ersten Gesprächen treffen wir auf großes Unverständnis und Zorn. Der Ruf unserer Kirche, also auch Ihrer, wird damit beschädigt. Es kann doch nicht die Absicht der Kirchenleitung sein, in wenigen Stunden zu zerstören, was in vielen Jahren mühsam aufgebaut wurde. Wir Gemeindekirchenräte versuchen, aus Liebe zu Gott und seiner Kirche sowie aus Dankbarkeit gegenüber unserem Pfarrer, das Gemeindeleben lebendig zu halten. Das fällt uns derzeit aber sehr schwer.

Pfarrer Schwarz hat uns gelehrt, dass man die Größe des Glaubens an der Liebe erkennt, die keinen ausschließt, sondern alle einschließt. Wir bitten Sie um christliche Vergebung und Gnade für unseren Pfarrer. Wir sind überzeugt, dass Gnade niemand eher verdient hat als unser Pfarrer. Sie können diese Gnade gewähren.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag der Gemeindekirchenräte von Haßleben, Werningshausen und Nöda

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “offener Brief der Kirchgemeinden und andere Reaktionen

  1. Michael H.

    An die GKR`s der Gemeinden Wernigshausen,Haßleben und Nöda , sowie an alle
    Kirchenältesten und Gemeinde Mitglieder !

    Hiermit rufe ich euch auf, an die EKMD ( Frau Landesbischöfin Junkermann ) heran zutreten.
    Diese „rechtswidrige Diziplinarverfahren“ sofort zubeenden !

    Begründet ist dies in der Freiheit des Glaubens und der Verfassung der EKMD:

    Artikel 2
    Auftrag und Aufgaben der Kirche
    (1) Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland erfüllt ihre Aufgaben in der
    Bindung an den Auftrag ihres Herrn Jesus Christus und in der darin begründeten
    Freiheit.
    (2) 1 Sie lebt im Hören auf Gottes Wort, in der Feier der Sakramente und im
    Dienst an den Menschen. 2 Der Gottesdienst der Gemeinde ist Mitte allen Handelns
    der Kirche.

    ———————————————————
    Ich bitte euch ,der EKMD klar zu verstehen zu geben, ohne unseren Pfarrer Schwarz, wird es kein Kirchenspiel, kein Gottesdienst mehr in unseren Kirchen mit Teilnahme der Gemeinden geben.
    Keine Taufen, keine Konformation,keine Hochzeiten.
    Wir alle haben nun die „Macht “ hier die „Gerechtikeit“ wieder in Kraft zusetzen.

    Gott befohlen

    Michael H.

  2. Michael H.

    Lieber Herr Probst Dr.Mikosch,

    ich halte es für ein ding der Unmenschlichkeit, das Sie nicht mal in der Lage sind,mir als einen treuen Anhänger Ihrer Kirche der sich zum Glauben bekennt, eine Antwort zugeben.

    Sie haben Herrn Prior Schwarz das „Recht der Taufe “ untersagt !!!

    Dazu stelle ich fest, Herr Prior Schwarz ist auch Christ und hat das uneingeschränkte Recht die
    Taufe zuspenden.

    Wenn eine Landeskirche ,das Taufrecht anzweifelt , ist dies ein Verstoß gegen die eigenen Gesetze der Kirche.

    Nun gut, Sie wollen nicht reden, deshalb setze ich Ihnen eine Frist zur Kontackaufnahme mit mir ,

    bis zum 30.06.2009 !

    Sollte ich nichts von Ihnen hören, wende ich mich persönlich an die Gemeinde Haßleben und beantrage den Ausschluß der EKM zur bevorstehenden Kirchweihe St. Michael Hassleben.

    Die Satzung des Ortsverbandes der CDU Hassleben gibt mir als Mitglied das Recht dieses zutun.

    Wir werden es nicht hinnehmen, das Sie einen “ Pfarrer der Herzen “ nur aus politischen Motiven den Dienst an seiner Gemeinde verweigern.

    Hochachtungsvoll
    Michael Hielscher

  3. AN: Standort Eisenach Dr.-M.-Mitzenheim-Str. 2a,
    99817 Eisenach
    Fon 03691/678-99
    Fax 03691/678-355 Kirchenamt.Eisenach@ekmd.de

    von: Johannes Froebel-Parker
    „Marienthal on the Hudson“
    Route 9W
    New Baltimore, New York -USA 12124-0287
    http://www.froebelgallery.com

    Sehr geehrte Mitbrueder im Herrn der EKMD:

    http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/6444213.html

    Das darf nicht wahr sein was die EKMD entschieden hat bezueglich des Pfarrdiensts von Pater Franz, ein echter Zeuge Christi in der Wueste.

    Meiner Meinung nach hat er VOELLIG RECHT getan, seine schriftliche Erklaerung an Sie widerzurufen. Das ist als ob Luther seine Thesen fuer nichtig erklaert haette…Pater Schwarz musste sich dem Herrngott demuetig machen und keinem in Eisenach. Er hat Luther als Vorbild und Gott selbst als Trost.

    Ich bin lebenlanger Lutheraner mit Thueringschen Wurzeln. Mein Ahnherr, Pr Johann Jacob Froebel, war Pfarrer zu Oberweissbach. Mein Urgrossvater, Hermann Friedrich Froebel, wanderte nach Amerika aus und ging dann in die Heimat zurueck um Pfarrer zu werden. Dann kam er zum zweiten Mal nach Amerika. Dort heiratete er die in Liebstedt geborene Christin lutherischen Glaubens Lina Maeder. Sie war auch mit ihrem lutherischen Glauben hergekommen und brachte 13 Kinder zur Welt..alle Lutheraner und glaubende Christen. Die alte Maeder Bibel schenkten wir nach 100 Jahren an die Skt Laurentius Kirche in Liebstedt zurueck als Zeichen des gemeinsamen Glaubens den wir rein von Liebstedt und Thueringen in die neue Welt mitbrachten.

    Ich lasse mich nicht taeuschen…die geistliche Unruhe die Sie, nicht Pfarrer Schwarz, in Werningshausen gestiftet haben mit dem Dienstverbot ist gnadenlos. Sie muessten sich echt vor dem Herrn im Himmel schaemen und mit Demut Pf Schwarz um Vergebung bitten. Er ist Christ und er vergibt. Auf der anderen Seite helfen SIE nur dem Ueblen Feind wenn Sie meinen Pr Schwarz duerfe nicht taufen, den Abendmahl feiern usw. Nur Luzifer selbst koennte sich ueber solche Missetat freuen…kein Glaeubiger versteht das.

    Bitte analysieren Sie gruendlich was Sie lehren, was sie als „christlich“ vertreten und das Beispiel das Sie den Heiden (und den anderen Glaeubigen) geben, und fragen Sie sich, mit der Schrift als Vorbild, ob sie das Reich Gottes loben, oder Satanas selbst einen Spielplatz vorbereiten.

    Demuetig dem Herrn folgend und dienend verbleibe ich hochachtungsvoll aber auch traurig und desillusioniert

    Johannes Froebel-Parker
    New Baltimore, NY -USA

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